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Unendlicher Horizont - Abenteuer Ozean

Die See atmet. Unendlich langsam hebt und senkt die Dünung unsere Yacht, ohne auch nur die geringste Schiffsbewegung zu verursachen. Majestätisch erscheinen immer neue Wellenberge am Horizont, kreuzen unseren Kurs und wandern weiter Richtung Osten. Dort färbt sich der Himmel in weichen Pastellfarben. Langsam steigt die Sonne aus dem Meer. Eine niedrige Windsee überlagert die ewige Dünung. Vereinzelt blitzen weiße Schaumkronen in den ersten Strahlen.

 


Während mein Partner ein Omelett zum Frühstück bereitet, sitze ich allein auf der Kante. Frisch gebrühter Kaffee duftet aus meiner Mug. Mit der anderen Hand korrigiere ich ab und an mit kleinsten Bewegungen den Kurs. Ruderdruck spüre ich keinen. Unter Vollzeug gleiten wir dahin. Wunderbar, wie die Yacht das Wasser teilt. Fasziniert beobachte ich, wie sich die Farben im Licht der aufgehenden Sonne ändern. Es ist bereits angenehm warm und die leichte Brise streichelt meine Haut. Eine Gruppe Delphine, deren glucksendes Eintauchen ich bereits im Dunkel hörte, nähert sich erneut. Verspielt springen sie in immer neuen Formationen. Schön, dass die anderen noch schlafen. Meine Gedanken verlieren jetzt jegliche Richtung. Ich bin verzaubert ...

Abenteuer Ozean: Der Atlantische Ozean (auch Atlantik oder Großer Teich genannt) ist nach dem Pazifik das zweitgrößte Seegebiet der Welt. Er bedeckt eine Fläche von ca. 106,57 Millionen km² - oder anders gesagt - etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche. Ganz schön groß also. Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas. Wie links im Bild zu sehen ist, wird er im Wesentlichen von Amerika (Nord & Süd), Europa und West Afrika begrenzt.

Atlantisches Segeln bedeutet daher oft: Wasser, Wasser und nochmals Wasser - soweit das Auge reicht.

Transatlantik: Obwohl manch einer denken mag, dass es trist ist, Tag aus, Tag ein nur Wasser zu sehen (oder gerade weil ... ) - auch eine Atlantiküberquerung hat etwas sehr Besonderes (so man empfänglich ist). Man erlebt den 'eintönigen' Bordalltag: Schlafen, Kochen, Essen, Abbacken, das ein oder andere Segelmanöver und natürlich das Wache gehen. Dabei vergisst man den normalen Büroalltag völlig. Man ist nicht den ständigen Ablenkungen - Fernsehen , Radio, Werbung, Autoverkehr und den Menschenmassen in den Städten ausgesetzt und beginnt ganz langsam zu sich selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen und sich auf das Leben zu besinnen.

Und nicht zu vergessen ... das Erlebnis, nach ca. 17 bis 21 Tagen bei guter Navigation von den Kanaren kommend die Karibik vor der Nase zu haben, erfüllt so manch einen auch mit berechtigtem Stolz, den Atlantik erfolgreich überquert zu haben.

Atlantikwetter

Unser Segelwetter im Nordatlantik: Bestimmender Faktor ist das Azorenhoch. Im Sommer liegt es weiter nördlich in der Mitte des Atlantiks und im Winter ist es weiter südlich, damit ist dann auch der Passat weiter im Süden. Also wäre der Sommer doch die bessere Jahreszeit, den Atlantik von Ost nach West zu queren. Nur ist da ab Mitte Juli bis Oktober Hurricanesaison und diesen Biestern möchten wir nicht begegnen. Also segeln wir in der guten Zeit zwischen November und Juni über den Teich.

Das Azorenhoch ist nicht immer dort, wo es hingehört. Es ist gequetscht, verformt, degeneriert, hat sich in die eine oder andere Ecke des Atlantiks verdrückt oder es hat sich ganz verpisst. Tiefs entstehen, oft in Labrador, drehen sich ein, plustern sich auf und suchen ihren Weg nach Westen, verharren dabei manchmal, eiern hin und her, schöpfen neue Kraft, bilden Teiltiefs und machen sich weiter auf den Weg. Aber inzwischen sind die langfristigen Vorhersagen für die weite offene See erstaunlich gut und wir vom SKIPPERTEAM sind es auch!

Wir beraten unsere Crews, die im Atlantik segeln! Unter Berücksichtigung der täglichen Etmale planen wir die beste Route für eine Woche im Voraus und bestimmen entsprechende Wegepunkte. Oft sind Umwege schneller! Je nach Wetterlage melden sich unsere Yachten dann täglich über Iridium Sattelitentelefon mit Position und Stationsmeldung. Selbstverständlich trägt SKIPPERTEAM die Kosten. Dann geht es sofort los, Karten werden studiert, Wegepunkte bestätigt oder verschoben und die entsprechenden Updates eine Stunde nach Kontaktaufnahme durchgegeben. Das macht viel Mühe, aber wenn es dann hinhaut und die Route passt, dann ist das eben eine gelungene Wetternavigation. Und es erhöht die Sicherheit eklatant!

Hurricanes im Atlantik: Es ist der 04.12.05. Der tropische Sturm Epsilon tobt auf dem Atlantik. Vor 10 Tagen, Ende November gab es den Hurricane Delta, der später als schwerer Sturm die Kanaren traf. Andreas war auf See und konnte mittels Wetterberatung über Satellitentelefon dem Hurricane Delta ausweichen. Auch auf den Kanaren waren wir gewarnt. Unsere Yachten SALT WHISTLE u. MELTEMI lagen sicher im Hafen und haben keinen Schaden genommen.
Zur Entstehung eines Hurricanes muß die Wassertemperatur mehr als 28° betragen. Im Nordwinter wandert der Bildpunkt der Sonne nach Süden und erreicht am 21. Dezember 23,5 Grad Süd. Das Meerwasser auf der Nordhalbkugel kühlt sich ab - die Entstehung eines Hurricanes ist nicht mehr möglich. Wahrscheinlich ist es auf die allgemeine Erwärmung der Erde zurückzuführen, dass der Abkühlungsprozess des Meeres auf eine Temperatur von unter 28° erst später eintritt als in früheren Jahren. Unsere Konsequenz: Wir haben die Atlantiküberquerung nach "hinten" verschoben.

Der Golfstrom: Warmes salzhaltiges Wasser kühlt im Norden des Atlantiks schnell ab und sackt schlagartig in die Tiefe. Das ist die Pumpe des Strömungssystems im indischen und atlantischen Ozean! Und wenn dieses Wasser nicht mehr schnell abkühlt, dann versickert es eben langsam und die Pumpe fängt an zu stottern und der Golfstrom zuckt. Diesen Effekt haben die Engländer 2005 bereits gemessen! Was der Golfstrom für unser Klima und damit für unser Wetter bedeutet, wisst ihr. Wenn der Golfstrom keinen Bock mehr hat, dann wird es hier lausig. Also vorher noch schnell einen Törn beim SKIPPERTEAM buchen.

Wind und Wetter auf dem Atlantik vor der Iberischen Halbinsel: Das Wettergeschehen im Nordatlantik wird durch das Azorenhoch gesteuert. An dessen Ostseite entsteht der "Portugisische Norder", der unsere Yachten mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 % nach Süden pustet. Immer entlang des Hochs treffen wir auf langsam rechtdrehende Winde. In den Kanaren heißt de Wind dann Passat.

Häfen an Portugals Atlantikküste: Porto - In Leixos, dem Hafen von Porto, finden wir Geschäfte und Läden zum Versorgen unserer Yacht. Direkt neben dem Liegeplatz beginnt der große weiße Sandstrand. Vor dem Hafen halten Busse und bringen uns in halbstündiger Fahrt ins Zentrum der Stadt. Portwein kommt von Porto und so finden wir die berühmten Destillerien, zum Beispiel Sandeman, am Ufer des Ria Douro gegenüber der Altstadt. Besichtigungen sind möglich. Eine uralte Brücke, die auf zwei Ebenen verläuft verbindet die beiden Stadtteile. Die Altstadt ist durchzogen von engen Gassen, in deren kleinen gemütlichen „Bars" Dutzende Portweinsorten ausgeschenkt werden. Und Ihr müsst unbedingt den nahe der Altstadt gelegenen Bahnhof mit seinen wunderschönen bemalten Kacheln besichtigen.

Peniche ist der größte Fischereihafen Europas. Ein Besuch der Fischauktionshalle ist mehr als stimmungsvoll, hier wird unter anderem angelandet was Ihr in einem der vielen Restaurants fangfrisch verspeist. Ununterbrochen laufen kleine und große Boote ein und bringen ihre frische Ware zur Auktion. Immer wieder ertönt die Hupe und ruft die meist korpulenten Damen zur Versteigerung. Zuschauen ist möglich. Klar, dass es hier ein Fischrestaurant neben dem anderen gibt. Direkt an dem Schwimmsteg für Yachten ist vielleicht das Beste. Helmut, ein Freund von Jochen, der weltweite Küche kennt, genoss hier den besten Fisch seines Lebens! Von hier trennt euch noch eine Tagesfahrt von Lissabon.

Lissabon: Mit der Tide laufen wir in den Tejo. Nur vom Fluss erschließt sich die volle Schönheit des Denkmals „Heinrich der Seefahrer", dem Wahrzeichen der berühmten Stadt. Hinter der hohen Brücke biegen wir dann ab in das Docca de Alcantara, wo die Yachten an Schwimmstegen liegen. Alles können wir nicht sehen, aber eine Fahrt mit der alten Straßenbahn auf die Burg solltet Ihr auf jeden Fall unternehmen. Zurück lauft Ihr zu Fuß den Berg herunter und kehrt in eines der vielen Restaurants ein. Auf der Terasse sitzt Ihr und genießt den Blick über Tejo und Altstadt.

Inseln im Atlantik: Nun, zum Atlantiksegeln gehört natürlich auch Segeln in den atlantischen Inselwelten: Im Nordatlantik sind das z.B. Grönland, Island und die Lofoten; im Zentralatlantik die Inseln der Karibik, Azoren, Kanaren und Madeira. Und das kann dann selbstverständlich auch wieder völlig anders sein - manchmal vergleichbar mit Segeln im Mittelmeer. Atlantisches Segeln ist also durchaus sehr vielfältig. Die Gemeinsamkeit ist nur der Atlantik.