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zu Segeltörn Nr.: 2180621

Routendetails

Sportliche Törns im Gezeitenrevier

Am Anfang des Törns geben wir Gas, schließlich kann es sein, dass wir für die Überquerung der Biskaya etwas länger auf ein passendes Wetterfenster warten müssen. Wer die Zeit hat, sollte ruhig ein, zwei Tage vorher in Lissabon sein - die Stadt lohnt sich.

Biskaya - Mythos und Wirklichkeit: Eine Querung der berüchtigten Biskaya ist ein Muss für jeden ambitionierten Blauwassersegler. Majestätisch rollen die langen Wellen heran. In den Weiten des Atlantiks formte das starke und ausgedehnte Windfeld das Meer. Auf den Wellenbergen bricht der Wind die See. Gischt löst sich, glitzert in der Sonne und wäscht ab und an unser Deck. 
Treffen solche Wellensysteme auf den Küstenschelf brechen sie, wenn die Wassertiefe flacher als die halbe Wellenlänge ist. Beträgt die Wellenlänge 150 Meter wird es bereits ab 75 Meter Wassertiefe ungemütlich. Und bei Sturm wird es gefährlich: Steiler auf breiter Front brechender Seegang birgt die Gefahr des Querschlagens. Deswegen segeln wir über die Bucht weit draußen in tiefem Wasser. Das ist zudem der kürzeste Weg zwischen Kap Finisterre und England. 
Der Mythos von der Gefährlichkeit der Bucht von Biskaya basiert auch noch auf einem zweiten Problem. Oft ziehen Tiefdruckgebiete entlang einer klassischen Bahn nördlich der Biskaya über die Irische See und England. Beim Durchzug der dazugehörenden Kaltfront dreht der Wind schnell recht und Kreuzseen türmen sich auf. Im Sturm entstehen dann gefährliche Wellenungetüme. Besser wir starten mit der Biskayüberquerung bei gutem West oder noch besser Südwestwind. Und wir planen den besten Zeitpunkt mit Hilfe des immer besser werdenden mittelfristigen Wetterberichtes. 
Im Zweifelsfall bringt eine Wetterberatung durch das Hamburger Büro vom SKIPPERTEAM einen großen Vorteil: Jochen oder Andreas diskutieren mit dem Seewetteramt die Wetterlage. Verschiedene Prognosemodelle werden dort verglichen. Die Auskunft des diensthabenden Meteorologen: “Die Engländer sagen nicht so viel Wind voraus und ich kann auch nur für kurze Zeit nach unserem Modell eine 8 sehen. Mehr wird es auf keinen Fall, eher weniger.” 
Also geht`s los! Wir laufen aus. Kurs 150 Grad. Da passt der starke SW super. Wir verlassen Ria de Camarinas. 
Nach ca. 4 Tagen taucht die weit sichtbare englische Küste auf. Nachts weisen starke Leuchtfeuer den Weg. Wir freuen uns schon auf eine heiße Badewanne in der Marina von Dartmouth und wissen, was wir geleistet haben.

Gezeitenströme sind für unsere weitere Törnplanung von entscheidender Bedeutung. Dicht an den Kaps der englischen Südküste nutzen wir die sogenannten „RACES“. Hier verstärken sich die Ströme und bei geschickter Zeitplanung rauschen wir mit über 12 Knoten über Grund am Kap vorbei. Wir legen in den wunderschönen Häfen der englischen Südküste an. Besonders idyllisch liegt Dartmouth am River Dart. Wir segeln bei passenden Wind vor der Kulisse der alten kleinen Häuschen, die so schief stehen, das ihr meint, sie stürzen jeden Moment ein, bevor wir hinter der uralten Seilfähre am Schwimmsteg festmachen.

Anspruchsvolle Nordsee - Lichtermeer bei Nacht: NW 6, rechtdrehend, langsam zunehmend 7: Das ist unser Wetter für die Deutsche Bucht.
Perfekt für unsere First 47.7! Mit dem Abendhochwasser wollen wir Cuxhaven erreicht haben. Unter zweifach gerefftem Groß und mit der kleinen Fock 1 schießt die First 47.7 ins Fahrwasser. An Steuerbord leuchten die grünen Tonnen: Blitz grün ist die Kennung der nächsten, Funkel grün ist die Kennung der Übernächsten. Die Tonnen gilt es nicht zu verwechseln oder wir treffen die Sandbank. Schnell sind wir jetzt - mit 12 Knoten über Grund - denn mächtig schiebt der Strom. 
Schnell muss unser Navigator sein: Sicher sind Tonnen, Leuchtfeuer und Schiffe zu identifizieren. Für das Nachschlagen in der KVR bleibt keine Zeit. Schon nähert sich auf unserer Seite ein Frachter mit drei roten Rundumlichtern übereinander. Kurze Zeit später sehen wir ein langsames Fahrzeug, das nicht dem Fahrwasser folgt und dessen Kurslinie die unsere kreuzt: Weiß über rot zeigt der. Auch wir queren bereits unter Segel ohne laufende Maschine: Wer ist der Ausweichpflichtige, wer ist der Kurshalter? 
Unser Skipper weiß bescheid und andere Crewmitglieder lernen schnell, fasziniert von den vielen Lichtern in der Elbmündung. Hier wird die Nacht zum unvergesslichen Erlebnis. 

  • Atlantik - Foto 10
  • vor 20 Jahren - mit SY SUNSTAR in NYC
  • Atlantik - Foto 01
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Alle Routen freibleibend.
Allgemeine Informationen zum Revier gibt es auf den entsprechenden "Revierinfos"-Seiten.

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weitere Informationen

Anreise: Dienstag / ihr könnt zu jeder Uhrzeit an Bord kommen / Lissabon / Portugal
Auslaufen: I.d. Regel: Mittwoch
Einlaufen: Samstag Abend
Abreise: Sonntag ab Hamburg (City Sportboothafen)

Die Yacht liegt in der Marina Doca de Alcantara in Lissabon.

Flugpreise: ab ca. 150 Euro, je früher ihr bucht um so günstiger sind die Flüge. Infos zu den Flügen: Reisebüro Reinecke Tel.: 05371 - 3066 und auf unserer "Flüge"-Seite.
Rückfahrt ab Hamburg mit dem Zug: DB Bahn

Bordkassenkosten für Verpflegung, Gas, Diesel, Hafengebühren: ca. 150 - 200 Euro pro Person / Woche. (Der Skipper wird freigehalten) Für das Schiff-Putzen am Ende des Törns müsst ihr selbst aufkommen.

Mitbringen: Ölzeug, Gummistiefel, Bootsschuhe mit hellen Sohlen, bequeme Klamotten, (auch etwas Warmes: Mütze, Schal, Handschuhe, Skiunterwäsche) Schlafsack, Laken, Kopfkissenbezug, Geschirrtücher, pers. Medikamente - insb. gegen Seekrankheit, Personalausweis / Reisepass

Tipp: Wollt ihr als Einzelbucher eine Kabine für euch alleine, kostet es den 1,6 - fachen Törnpreis.

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