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Hallo Skipperteam,

der Törn „Segeln im Atlantik" vom 9.– 23.3.2019, mein vierter Törn mit dem Skipperteam, war einfach SPITZE!
Angesagt waren in 2 Wochen 900sm von Teneriffa über Madeira nach St.Maria, Jerez, Spanien, somit immer am Wind, das Ziel entgegen der vorherherrschenden Hauptwindrichtung, da muss man schon wissen was man will, und das habe ich bekommen:

1. Mit Reiner Schipporeit einen überaus sympathischen und kompetenten Skipper, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Ein Skipper, der uns mehr als Helfer, Unterstützer zur Seite stand, damit die Crew auf ihrem Törn „ihr" Boot sicher ans Ziel bringt und jeder der in eine zukünftige Skipperrolle reinwachsen konnte, wenn er wollte.

2. SAFETY FIRST vom Feinsten: Reiner hatte jedes Crewmitglied eine Woche zuvor angerufen, um sich ein Bild von den Erwartungen und seglerischen Erfahrungen der künftigen Crew zu machen. Der erste Törntag war ein Hafentag und wurde neben verschiedenen Arbeiten am Boot, zur Boots- und Sicherheitseinweisung genutzt. Die wurde nicht vom Skipper gehalten, sondern von der Crew selbst erarbeitet und vorgetragen, ein erstes Zusammenwachsen der Crew begann, der Skipper stand beratend und ergänzend zur Seite. Die praktischen Seglerqualitäten wurden am Nachmittag auf einem kurzen Probeschlag getestet, bevor es am nächsten Tag losging.
VORBILDLICH das Ganze, keineswegs übertrieben, sondern notwendig, da jetzt jeder wusste was zu tun ist, und jeder wusste was seine Segelkameraden können.

3. Mit der „Saphir", der ehemaligen „Novello Bliss", traf ich eine alte Bekannte vom Kanaren-Powertörn 2017 wieder: immer noch gut in Schuss, klar, immer mal was zu machen, aber das erweitert den Erfahrungsschatz.

4. Mit Euch, dem Skipperteam, einen zuverlässigen, schnell reagierenden Veranstalter, was ihr am Ende des Törns bewiesen habt, wie wir nur bis Portimao, Portugal erreichen konnten. Um die Flüge ab Jerez am nächsten Morgen noch erreichen zu können, habt Ihr uns einen Van organisiert, während wir unseren letzten Segelschlag bei gutem Wind und Sonne richtig genießen konnten.

5. Fünf neue Segelkameraden, mit denen ich jederzeit gerne wieder zusammen segeln würde.

Der Törn:
Mein Ziel war es nach einem Powertörn Kanaren 2017, einem Powertörn Balearen 2017 und einem Törn Mallorca – Gibraltar – Vilamoura 2018, den fehlenden Schlag von den Kanaren Richtung europäischem Festland, Cadiz, zu bewältigen
Für mich war von Anfang an klar, das ist ein Überführungstörn, d.h. Tag und Nacht durchsegeln, Wachsystem und es gibt im Zweifelsfall nur einen Stopp: Madeira.
Schon auf dem Weg nach Madeira gab es viel Wind (5-6, Böen 7-8) und ordentlich Dünung, sehr eindrucksvoll nachts im Mondschein.
Ab Madeira ließ der Wind nach, vorhersagegemäß 2 Tage Flaute, in der wir zunächst Höhe nordwärts motorten, Zeit für eine Einführung in die Astronavigation.
Der Plan war, jetzt ostwärts Richtung Cadiz zu segeln, doch der Wind kam nicht wie erhofft aus Nordost sondern stramm aus Ost. Das lehrte uns am Wind zu segeln, doch unsere Zeitplanung verlor nach und nach ihre Reserven, da wir einfach nicht schnell genug Höhe Richtung Osten gewinnen konnten. Auch mussten wir mit Diesel und Batteriestrom sehr sparsam sein, um immer noch eine allerletzte Reserve für alle Fälle vorzuhalten.
Der abschließende Höhepunkt war die Querung einer Hauptschifffahrtsroute, vor der Zufahrt des VTG Capo Sao Vincente – hier muss alles rum was aus Norden kommt und ins Mittelmeer oder umgekehrt will (, schaut Euch das mal auf Marinetraffic an)!

Die letzte Wettervorhersage war zu diesem Zeitpunkt schon 6 Tage alt, und der Wind hielt auch nicht immer, dass erforderte nun den vollen Einsatz unseres Skippers.
Angesichts der Unzahl Schiffe, die mit 20 und mehr Knoten wie auf einer Perlenkette aneinandergereiht, auf dem AIS unaufhörlich nacheinander erschienen, war das HOCHSPANNUNG PUR, doch Reiner erkannte die Lücken und brachte uns sicher hindurch. BRAVO - DANKE!
Jetzt Richtung Land, Cadiz noch bis Samstag früh morgens zu erreichen war nicht mehr möglich, erstmal Netz bekommen, um mit dem Skipperteam Kontakt aufzunehmen und die Lage zu besprechen. Zielhafen wurde Portimao, den wir unter Segel mit bestem Wind bei strahlendem Sonnenschein und den letzten Tropfen Diesel sicher erreichten.
Das Skipperteam hat zwischenzeitlich einen Van organisiert, und mit einem leider zu bescheidenem Abschiedsessen und viel zu wenig Zeit für eine ausführliche Rückblende mit unserem Skipper verabschiedeten wir uns von Reiner und fuhren morgens um 4 Uhr unsere letzten 340 km Richtung Jerez.

Es war ein herausfordernder und sehr aufregender Törn,
doch gerne mit jedem einzeln dieser Crew und mit dem Skipperteam wieder!

herzlichst
Sören