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zu Segeltörn Nr.: 2180242

Routendetails

Sportliche Törns im Gezeitenrevier

Anspruchsvolle Nordsee - Lichtermeer bei Nacht: SE 6, rechtdrehend, langsam zunehmend 7: Das ist unser Wetter für die Deutsche Bucht. Das Tief liegt bei Irland und zieht zum Skagerrak. Als Folge dreht der Wind weiter recht und wird stürmisch aus SW bis West auffrischen. 
Für unsere First 47.7 geht dann nichts mehr. Noch bleibt ein Zeitfenster von 24 Stunden und wir sind in Vlieland. Wir müssen auslaufen. Mit dem Abendhochwasser verlassen wir Cuxhaven. Segel werden gesetzt. Unter zweifach gerefftem Groß und mit der kleinen Fock 1 schießt die First 47.7 ins Fahrwasser. An Steuerbord leuchten die roten Tonnen: Blitz rot ist die Kennung der nächsten, Funkel rot ist die Kennung der Übernächsten. Die Tonnen gilt es nicht zu verwechseln oder wir treffen die Sandbank. Schnell sind wir jetzt - mit 12 Knoten über Grund - denn mächtig schiebt der Strom. 
Schnell muss unser Navigator sein: Sicher sind Tonnen, Leuchtfeuer und Schiffe zu identifizieren. Für das Nachschlagen in der KVR bleibt keine Zeit. Schon nähert sich auf unserer Seite ein Frachter mit drei roten Rundumlichtern übereinander. Kurze Zeit später sehen wir ein langsames Fahrzeug, das nicht dem Fahrwasser folgt und dessen Kurslinie die unsere kreuzt: Weiß über rot zeigt der. Auch wir queren bereits unter Segel ohne laufende Maschine: Wer ist der Ausweichpflichtige, wer ist der Kurshalter? 
Unser Skipper weiß bescheid und andere Crewmitglieder lernen schnell, fasziniert von den vielen Lichtern in der Elbmündung. Den Kurs wählen wir dicht nördlich der Friesischen Inseln in der Inshore Traffic Zone. Hier wird die Nacht zum unvergesslichen Erlebnis. 
Relativ warmer und starker SSE bedeutet: Ablandiger Wind, geringer Seegang, Rumpfgeschwindigkeit bei mäßiger Krängung. Das sind 8,5 Knoten Fahrt durchs Wasser. An Backbord zählen wir die verschiedenen Kennungen der vor den Sänden stehenden Gefahrentonnen und der Inselleuchttürme. An Steuerbord leuchten die grünen Tonnen des Verkehrstrennungsgebietes Deutsche Bucht und nördlich davon ziehen die Frachter in oft dichten Pulks Richtung Weser und Elbe. Uns begegnen weitere Fahrzeuge und zeigen Grün über Weiß. 
Die Nordsee wird zum Lichtermeer. Es bleibt spannend.

Gezeitenströme sind für unsere Törnplanung von entscheidender Bedeutung. Dicht an den Kaps der englischen Südküste nutzen wir die sogenannten „RACES“. Hier verstärken sich die Ströme und bei geschickter Zeitplanung rauschen wir mit über 12 Knoten über Grund am Kap vorbei. Wir legen in den wunderschönen Häfen der englischen Südküste an. Besonders idyllisch liegt Dartmouth am River Dart. Wir segeln bei passenden Wind vor der Kulisse der alten kleinen Häuschen, die so schief stehen, das ihr meint, sie stürzen jeden Moment ein, bevor wir hinter der uralten Seilfähre am Schwimmsteg festmachen.

Biskaya - Mythos und Wirklichkeit: Eine Querung der berüchtigten Biskaya ist ein Muss für jeden ambitionierten Blauwassersegler. Majestätisch rollen die langen Wellen heran. In den Weiten des Atlantiks formte das starke und ausgedehnte Windfeld das Meer. Auf den Wellenbergen bricht der Wind die See. Gischt löst sich, glitzert in der Sonne und wäscht ab und an unser Deck. 
Treffen solche Wellensysteme auf den Küstenschelf brechen sie, wenn die Wassertiefe flacher als die halbe Wellenlänge ist. Beträgt die Wellenlänge 150 Meter wird es bereits ab 75 Meter Wassertiefe ungemütlich. Und bei Sturm wird es gefährlich: Steiler auf breiter Front brechender Seegang birgt die Gefahr des Querschlagens. Deswegen segeln wir über die Bucht weit draußen in tiefem Wasser. Das ist zudem der kürzeste Weg zwischen Quessant und La Coruna. 
Der Mythos von der Gefährlichkeit der Bucht von Biskaya basiert auch noch auf einem zweiten Problem. Oft ziehen Tiefdruckgebiete entlang einer klassischen Bahn nördlich der Biskaya über die Irische See und England. Beim Durchzug der dazugehörenden Kaltfront dreht der Wind schnell recht und Kreuzseen türmen sich auf. Im Sturm entstehen dann gefährliche Wellenungetüme. Besser wir starten mit der Biskayüberquerung nach dem Durchgang der Front bei starkem NW. Und wir planen den besten Zeitpunkt mit Hilfe des immer besser werdenden mittelfristigen Wetterberichtes. 
Im Zweifelsfall bringt eine Wetterberatung durch das Hamburger Büro vom SKIPPERTEAM einen großen Vorteil: Jochen oder Andreas diskutieren mit dem Seewetteramt die Wetterlage. Verschiedene Prognosemodelle werden dort verglichen. Die Auskunft des diensthabenden Meteorologen: “Die Engländer sagen nicht so viel Wind voraus und ich kann auch nur für kurze Zeit nach unserem Modell eine 8 sehen. Mehr wird es auf keinen Fall, eher weniger und die Windrichtung ist eher nördlicher als NW.” 
Also geht`s los! Wir laufen aus. Kurs 210 Grad. Da passt der starke NW super. Wir verlassen Dartmouth an der englischen Südküste, einen der schönsten Häfen, die wir kennen. 
Nach ca. 3 Tagen taucht die weit sichtbare hügelige spanische Küste auf. Nachts weisen starke Leuchtfeuer den Weg. Torre de Hercules steht am Eingang der Ria de La Coruna und ist gleichzeitig ein Wahrzeichen der Stadt. Von der Marina führt ein sehr kurzer Fußmarsch zum autofreien Plaza de Espana. Umgeben von ehrwürdigen alten Häusern mit den für Galizien typischen verglasten Terrassen sitzen wir in der noch warmen Abendsonne und wissen, was wir geleistet haben.

Jetzt beginnt der entspannte Teil der Reise über die spanischen Rias nach Porto. Von Leixoes aus erkunden wir diese altehrwürdige Stadt und Heimat des Portweins. Der Törn endet im Docca de Alcantara vor den Toren Lissabons. Verlängert Euren Aufenthalt in Lissabon wenn möglich. 2, 3 Tage sind hier gut investiert!

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Alle Routen freibleibend.
Allgemeine Informationen zum Revier gibt es auf den entsprechenden "Revierinfos"-Seiten.

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weitere Informationen

Anreise: Samstag ab 16:00 Uhr / nach Hamburg
Auslaufen: Sonntag
Einlaufen in Lissabon: Freitag
Abreise: Samstag ab Lissabon

Die Yacht liegt im City Sportboothafen in Hamburg.

Zugfahrer fahren bis Hamburg Hbf, DB Bahn, von dort mit S-Bahn zur Haltestelle Baumwall.

Flugpreise für den Rückflug ab ca. 100 Euro, je früher ihr bucht um so günstiger sind die Flüge. Infos zu den Flügen: Reisebüro Reinecke Tel.: 05371 - 3066 und auf unserer "Flüge"-Seite.

Bordkassenkosten für Verpflegung, Gas, Diesel, Hafengebühren: ca. 100 - 150 Euro pro Person / Woche. (Der Skipper wird freigehalten) Für das Schiff-Putzen am Ende des Törns müsst ihr selbst aufkommen.

Mitbringen: Ölzeug, Gummistiefel, Bootsschuhe mit hellen Sohlen, bequeme Klamotten, Mütze, Schal, Handschuhe, Skiunterwäsche, Faserpelz, warme Sachen, Schlafsack, Laken, Kopfkissenbezug, Geschirrtücher, pers. Medikamente - insb. gegen Seekrankheit, Personalausweis

Tipp: Wollt ihr als Einzelbucher eine Kabine für euch alleine, kostet es den 1,6 - fachen Törnpreis.

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