Unser Buch
Nur wer sicher segelt, kann die Faszination der See in vollen Zügen genießen
Der besondere Charakter dieses Buchs: Spannend geschriebene »Erlebt Texte« zeigen auftretende Probleme.
- Vieles was bisher gelehrt wird, stimmt nicht!
- Es fehlen dafür vernünftige Erklärungen
- Segelmanöver werden falsch ausgeführt
- Mensch über Bord Manöver sind als Rettungsmanöver ungeeignet
Damit ist jetzt Schluss - Dafür dieses Fachbuch.
- Alle Standardmanöver werden ausführlich neu erklärt
- Die Vorgehensweisen werden begründet und sind erprobt
- Aus der Praxis für die Praxis, keine unnötige Theorie

Buchpreis: 39,90 €
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Zum Inhalt:
Sicher Segeln: Eine spannende Herausforderung
Manöver scheitern oft nicht an mangelnder Übung, sondern an falschen Vorgehensweisen. Alle bekannten Segelmanöver, wie Segel setzen, Reffen, Halsen, Wenden und Ankern werden einem Realitätscheck unterzogen. Dieses Buch hinterfragt klassische Ausbildungsinhalte, korrigiert falsch beigebrachte Segelkenntnisse und erklärt Manöver so, dass sie unter allen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
Besonders im Fokus dieses Buches sind die für den Ernstfall ungeeigneten sogenannten Mensch-über-Bord Manöver. Es geht auch anders: Eine allein an Bord verbliebene Person kann ein Rettungsmanöver inklusive Bergung ausführen. Das ist in der Praxis bei Starkwind und hoher Welle auf den Kanarischen Inseln getestet worden. Für eine Zwei Personen Crew ist dieses Wissen ein großer Sicherheitsgewinn.
AIS, Autorouting oder programmiertes Wetterrouting: Bringt das mehr Sicherheit? Dazu erklären die Autoren dieses Buch moderne Informationsquellen wie Grib Files oder Polardiagramme. Aus der Praxis für die Praxis gibt es Ideen, Hinweise und Erlebtes.
Risikomanagement: Bordelektrik, Diesel, Wasserkühlung sind Bordsysteme, die besondere Gefahren bergen. Das Rigg muss einer laufenden Kontrolle unterzogen werden.
Anderen Gefahren kannst du nicht ausweichen, wie den Begegnungen mit Walen. Eine Yacht des Herausgebers wurde mitten auf dem Atlantik von einem Pottwal gerammt: Gerade noch mal gut gegangen.
Wie funktioniert ein gutes Notfallmanagement, wie reagierst du bei Feuer oder Wassereinbruch. Und wie hilft die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger auch dann, wenn du weltweit unterwegs bist?
Die Kapitel sind auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Egal ob Skipperinnen, Eigner, Mitseglerinnen oder interessierter Anfänger, dieses Buch ist der richtige Einstieg in die wunderbare Welt des Segelns auf See. Es ist voller Ideen und Tipps aus der Praxis für die Praxis.
Inhaltsverzeichnis
01 Fühl dich sicher, fühl dich wohl
15 Verstehe, was du tust
15 Carpe Diem
15 Ballast über Bord
16 Nur Mut: Entdecke neue Ufer
17 Sicher segeln und dein Bauchgefühl
18 Theorie und Praxis
19 Egal, wie du lernst: Frage nach!
20 Segeln ist wunderschön
21 Mach mit
22 Modernes Crewmanagement sicherstellen
24 Gedanken zur Creweinweisung
26 Sichere Schiffs-FÜHRUNG auf See
28 Keine sinnlosen Risiken eingehen
28 Pass auf dich auf: Unter Deck
32 Pass auf dich auf: An Deck
02 Auf See: Sicher segeln
37 Umgang mit Leinen: Gefahr droht!
37 Leinen aufschießen und nicht verdrehen
40 Gefahr am Fallenstopper: Hände weg!
41 Gefahr an der Winsch
41 Der Sicherungsschlag
42 Der Überläufer: Die Winsch blockiert
43 Gebrochenes Fall oder Reffleine ersetzen
44 Klassisches Großsegel
44 Ausstattung des Segels
45 Der Achterliekstrecker
46 Das Reffsystem
49 Das Großfall
51 Einstellungssache: Segeltrimm
56 Manöver zum Segelsetzen
58 Manöver zum Segelreffen
64 Manöver zum Segelbergen
66 Rollgroßsegel
66 Gerollt oder klassisch: Interessante Frage
67 Rollgroß im Mast
69 Rollgroß im Baum
72 Großsegel im Vergleich
74 Vorsegel und Rollreffanlage
74 Rollreffanlage: Vorsegel richtig anschlagen
76 Risiken beim Ein- und Ausrollen
77 Zusätzliche Vorsegel: »Die kleine Fock«
80 Kurse vor dem Wind
80 Ausbaumen des Vorsegels
85 Die Bullentalje
88 Sicher Halsen
91 Segelkurse vor dem Wind
93 Kurse am Wind
93 Sicher Wenden
96 Sicher Aufkreuzen
99 Gute Segel: Ästhetik trifft Sicherheit
100 Unterschiedliche Baupläne
100 Material, aus dem die Träume sind!
101 Alterungsprozesse
102 Haltbarkeit: Stress vermeiden
104 Segelreparaturen an Bord
03 Bleib an Bord: Was sonst
109 Reingefallen!
110 Sofort Hilfe anfordern
112 Boje Manöver: Sinn und viel Unsinn
112 Boje-über-Bord-Manöver üben: Sinnvolles Segeltraining
112 Boje Manöver als MOB-Manöver: Das wird nichts!
114 Bojemanöver bei Törnantritt üben: Unrealistische Forderung
116 Winddrift während der Rettung
118 Basteln einer Skipperteam »Hosenboje«
119 Neue Ideen – Aus der Praxis entwickelt
120 Das Schoenicke Rettungsmanöver
120 Praxistest auf den Kanaren
122 Notwendige Ausrüstung und deren Handhabung
126 Allein durchgeführt: Das Rettungsmanöver
130 Training und Einweisung für Rettungsmanöver
132 Alternative Rettungsmanöver
132 Bergung mit dem Spifall oder Bergung ins Cockpit
133 Bergung ins Cockpit über die Seite
134 Segelbergen und zurückmotoren
135 Rettungsmanöver bei einer ohnmächtigen Person
138 Manöver bei Schwachwind oder Flaute
139 MOB-Taste, Ausguck,
Markierungsstange, BG-Ausrüstung
142 Bleib an Bord oder was sonst
142 Aktive und passive Sicherheit
144 Merkmale einer guten Rettungsweste
149 Über Bord: Wie dein Körper reagiert
151 Angeleint über Bord: Fast ertrunken
04 Im Hafen oder vor Anker: Sicher Liegen
157 Der sichere Hafen?
157 Große Gefahren
158 Unsichere Liegeplätze
159 Gefährliche Bojen
160 Im Hafen
160 Du weißt, was du tust
160 Blockierte Festmacher/Klampe falsch belegt
162 Richtiger Umgang mit Festmacherleinen
165 Leine werfen: Manöver gerettet
168 Fender: Über Bord und an Bord
170 Manövrieren im Hafen
173 Tipps zum Anlegen unter Segeln
174 Ankern unter Segel oder unter Motor
174 Anker fällt: Habe Geduld!
176 Ankermanöver unter Segeln
177 Sicher Ankern: Wichtige Hinweise
181 Anker auf unter Motor
183 Anker auf unter Segeln
185 Schnelle Drift: Für Stunden hielt er doch!
186 Gefahrenstelle Ankerkasten
05 Navigation, Wetter, KVR
191 Navigation: Hoffentlich passt es!
191 Sichere Navigation: Was bedeutet das?
192 Aus der Praxis
194 Das Raubtier
195 Autorouting: Unmögliche Routenführung
197 Papierseekarten oder
elektronische Seekarte?
198 Kollisionsverhütung
198 Bewusst Ausguck halten
199 Kollisionen verhindern
200 Manöver des letzten Augenblickes
201 Verkehrstrennungsgebiete verbinden
202 Wetterrouting
202 GRIB Files und Wettervorhersagen
204 Polardiagramme für Segler
206 Unsere Erfahrungen: Eigene Routenführung
208 Wetter in der Praxis des Seglers
208 Wetterkarten: Für was?
208 Gefährliche Biester!
209 Wetterküche im Nordatlantik
210 Rechtzeitig Reffen: Was soll das?
211 Schwappeffekte: Lübeck säuft ab
211 Törnplanung und Wetterfenster
214 Riskantes Wetter
214 Klima und Wetterentwicklung
215 Böse Wellen
217 Quergeschlagen in der Biskaya
06 Risikomanagement: Elektrik,
Motor & Getriebe, Rigg & Ruder
221 Vermeide Probleme
221 Systeme verstehen, Probleme beheben
221 Elektrik an Bord
221 Motorelektrik: Blackout im Nebel
222 Verständnis, Risikomanagement
223 Woher kommt der Strom
225 Mögliche Auslegung von Batteriekapazitäten
227 Stromversorgung: Überwachung, Fehlersuche
und erste Tipps zur möglichen Fehlerbehebung
229 230-Volt-Landstrom: FI-Schutzschalter und Sicherungen
230 Revolutionäre Batterietechnik
231 Motor und Getriebe
231 Dreck im Kraftstoffsystem
234 Motorkühlung
238 Gebrochener Schaltzug: Schalten am Getriebe
239 Rigg und Ruder
239 Kontrolliere das Rigg
244 Hohmann Rigg-Reparatur:
Schleudertechnik für ein Ersatzunterwant
246 Ruderseil gebrochen: Notpinne im Einsatz
07 Noch mal gut gegangen
251 Vermeide Probleme
251 Tipps aus der Praxis des Segelns auf See
254 Persönliche Ausrüstung
256 Problematische Begegnungen
256 Braunalgen in der Karibik
257 Pottwal-Angriff
258 Orcas: Eine polemische Annäherung
261 Geisternetze
262 Seenotrettung
262 Aufgaben und Organisation
264 Notfall: Alarmierungswege
265 Notfall: Alarmierungsgeräte
268 Notrollen und Notfallbeauftragte
268 Feuer an Bord
270 Notfall: Wassereinbruch
272 Ab in die Rettungsinsel
273 Notrolle
Fazit
276 KVP: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
278 Crewhandbuch und Carpe Diem
280 Dank und Buchcrew
Leseprobe
Boje-über-Bord-Manöver als MOB-Manöver: Das wird nichts!
Mensch über Bord ist eines der am meisten beachteten Risiken beim Segelsport. Zurecht, denn der Unglücksfall kann tödlich enden. Deswegen üben Segelschulen intensiv und ausgiebig Boje-über-Bord-Manöver. Ziel ist es die Yacht zur Boje zurück zusegeln und dort anzuhalten. In der Fachwelt gibt es eine lebhafte Diskussion welches Manöver bei welchen Voraussetzungen am besten geeignet ist. Quick Stopp, Tear Drop, Münchner Manöver, Gefahrenhalse oder Schulungsmanöver mit der Q-Wende: Das ist nur ein kleiner Teil der Empfehlungen.
Und wie wird geübt? Eine Boje geht über Bord. Es gibt mehrere Crewmitglieder, die nur auf diesen Vorfall warten. Sie reagieren sofort. Keine Selbststeueranlage ist an und hält den Kurs, keine Bullentalje ist ausgebracht. Der Rudergänger steht hinter dem Rad, bereit zu reagieren. Er weiß welches Manöver er fahren will. Sofort gibt er eingeübte Kommandos, dreht die Yacht wie vorher besprochen und welch seltsame Fügung des Schicksals: Er kommt tatsächlich direkt neben der Boje annähernd zum Stehen. Es ist kein Problem die Boje mit dem Bootshaken oder mit der Hand aus dem Wasser zu ziehen. Das geht schnell. Aber stell dir vor, die Boje wäre ein Mensch. Und vielleicht ist der nicht mehr in der Lage mitzuhelfen. Den packst du nicht so einfach und ziehst ihn aus dem Wasser, so wie du es mit der Boje machst.
Eine Yacht mit killenden Segeln beim Aufschießer oder beim Nahzuaufschießer bleibt nicht in dieser Position zum Wind. Steht die Yacht, hast du keine Steuerwirkung mehr. Sie dreht aus dem Wind und treibt quer. Während des Quertreibens fangen Teile des Großsegels schon wieder Wind und sorgen für Vortrieb. Insbesondere bei gepfeilten Salingen kannst du das Segel nicht weit auffieren. Die Yacht treibt und macht dabei eventuell leichte Fahrt voraus. In der Ausbildung ist das kein Problem. Die Boje ist an Bord. Die Yacht dreht aus dem Wind, die Schoten werden geholt und schon füllen sich die Segel. Die Yacht nimmt Fahrt auf, du hast wieder Anströmung am Ruder und kannst steuern. Der Nächste übernimmt das Rad und das Ganze nochmal von vorne, bitte.
Es ist sicher sinnvoll Boje-über-Bord-Manöver zu üben. Du lernst die Yacht zu manövrieren und eine vorgegebene Figur zu segeln. Im Ernstfall klappt es vielleicht eine über Bord gegangene Person mit einem solchen Schulungsmanöver zu erreichen. Voraussetzung ist, dass das Manöver direkt nach dem Unfall sofort eingeleitet wird. Diese Voraussetzung ist in der Praxis selten erfüllt. Die Yacht segelt weiter, die Crew steht nicht ununterbrochen bereit, sofort ein MOB – Manöver einzuleiten. Wird das MOB-Manöver dann gefahren führt es die Yacht genau zu dem Platz zurück, an dem es eingeleitet wurde. Das ist der Sinn aller geübten Bojemanöver. An dieser Position befindet sich die über Bord gegangene Person in diesem Beispiel nicht!
